Der Supermarkt, die Pausenhalle, ein Kindergeburtstag: für manche Kinder sind das keine harmlosen Situationen, sondern ein Nervensystem im Ausnahmezustand.
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Studien zeigen, dass über 90 Prozent der autistischen Menschen Besonderheiten in der sensorischen Wahrnehmung haben. Geräusche, Licht, Berührung, Gerüche, all diese Reize werden intensiver, schneller oder unvorhersehbarer verarbeitet. Wenn zu viele Reize gleichzeitig eintreffen, entsteht ein Overload: das Nervensystem ist überlastet und kann die Reize nicht mehr angemessen verarbeiten.
Jeder Reiz, jede soziale Situation, jede Veränderung im Tagesablauf füllt ein unsichtbares Fass. Der letzte Reiz vor einer Eskalation ist selten der eigentliche Grund, er ist nur der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Das erklärt, warum manche Ausbrüche für Außenstehende so unverhältnismäßig wirken: sie sehen nur den letzten Tropfen, nicht das volle Fass dahinter.
Reize senken statt Verhalten korrigieren: geplante Pausen an reizarmen Orten, Kopfhörer als selbstverständliches Hilfsmittel, Ankündigung von lauten oder vollen Situationen im Voraus, und vor allem die Bereitschaft, eine Situation früh zu verlassen, bevor das Fass überläuft, statt erst zu reagieren, wenn es bereits passiert ist.
Calma zeigt dir, wie du die Reizmenge im Alltag deines Kindes einschätzt und gezielt senkst, bevor sich eine Überlastung aufbaut.
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